APA/OGM Vertrauensindex BundespolitikerInnen Dezember 2015

Der aktuelle Vertrauensindex zeigt im Vergleich zum Vormonat November nur wenige auffällige Veränderungen. Die große Wiener Wahl ist geschlagen, bei der Flüchtlingskrise ist ein gewisser Gewöhnungseffekt erkennbar bzw. nimmt der Zustrom ab, Weihnachten steht vor der Tür. Das führt aber erstmals seit Jahren dazu, dass eine deutliche Mehrheit der Beurteilungen etwas besser ausfiel als im November. Diese Vertrauenszuwächse sind zwar nicht beträchtlich, aber immerhin stehen 18 Zuwächse nur fünf (geringen) Verlusten gegenüber. Dafür dürfte auch eine gewisse weihnachtliche Stimmung mitverantwortlich sein.

Auch wenn die Zuwächse nicht spektakulär sind und maximal drei Vertrauenspunkte ausmachen, stechen folgende heraus bzw. sind wahrscheinlich politisch erklärbar:

Bundespräsident Heinz Fischer steigt mit einem Vertrauenssaldo von plus 58 Punkten in lichte Höhen, was angesichts der beginnenden Kandidatendiskussion am ehesten mit einem früh einsetzenden Abschiedsapplaus erklärt werden könnte.

Außenminister Sebastian Kurz profitiert nicht nur von schönen Fotos mit anderen Staatsmännern, sondern auch von seiner zunehmenden kantigen Haltung beim Flüchtlingsthema. Seit Juni hat Kurz sechs Vertrauenspunkte gewonnen.

Bundeskanzler Werner Faymann profitiert vermutlich ebenfalls von seiner Rolle als in Europa angesehener Staatsmann, auch wenn seine Haltung in der Flüchtlingsfrage eine andere ist als die von Sebastian Kurz. Bundeskanzler Faymann hat seit Juni immerhin acht Vertrauenspunkte gewonnen, wiewohl er trotzdem noch im Vertrauensminus liegt.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer klettert auf den 3.Platz der Vertrauenspyramide hinter Heinz Fischer und Sebastian Kurz. Offensichtlich profitiert er als unumstrittener SP-Kandidat für die Präsidentschaftswahlen, eventuell auch von seiner vorsichtigen Haltung bei heiklen Themen wie Pensionen, Mindestsicherung oder Flüchtlingsfrage. Zunahme von fünf Punkten seit Juni.

Bemerkenswert ist auch, dass Minister Andrä Rupprechter mit einem Zugewinn von drei Punkten Vizekanzler Reinhold Mitterlehner überholt, der zwei Punkte verliert. Rupprechter dürfte nicht nur vom Pariser Klimagipfel als Positivthema profitiert haben, sondern mindestens ebenso von seinem beherzten Einsatz für die österreichische Wurst im Zuge der WHO-Studie wonach der Konsum von Fleisch und Wurst ungesund sei.

Angesichts dieser Mehrzahl von Gewinnern gibt es nur wenige Politiker mit einem (geringen) Vertrauensminus, darunter Verteidigungsminister Gerald Klug, der zunehmenden Angriffen wegen des Abstiegs des Bundesheeres ausgesetzt ist und seit Juni sechs Vertrauenspunkte verloren hat. Seit seinem Höhenflug kurz nach Amtsantritt ist Gerald Klug aber von plus 11 Punkten (Februar 2014) auf nunmehr minus 20 Vertrauenspunkte abgestürzt.

Familienministerin Sophie Karmasin gerät erstmals in ein knappes Vertrauensminus, wahrscheinlich in Zusammenhang mit geringer politischer Präsenz und aufkeimenden Ablösegerüchten.

Robert Lugar leidet unter dem schlechten Image der sich auflösenden Stronach-Truppe und schlicht und einfach der Tatsache, dass mittlerweile nur mehr ein knappes Prozent der WählerInnen seine Partei wählen würden.

 

Saldo (aus „vertraue ich“ und „vertraue ich nicht“) – Vertrauen in BundespolitikerInnen

APA OGM Vertrauensindex BundespolitikerInnen Dezember 2015 - Saldo aus vertraue ich und vertraue ich nicht

 

 

Alle Ergebnisse und der Bericht zum APA OGM Vertrauensindex_BundespolitikerInnen Dezember 2015

Weiterlesen:

APA/OGM Vertrauensindex BundespolitikerInnen vom November

APA/OGM Vertrauensindex BundespolitikerInnen vom Juni

 

 

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