EU-Wahl: FP 26%, VP 22%, SP 21%, Grüne 14%, Neos 12%.

VP verliert seit 2019 deutlich, SP etwas. FP und Neos gewinnen am meisten.

Stichprobengröße N= 2.076, Basis für Sonntagsfrage: Deklarierte.

Die EU-Wahlabsichten sind Ende Jänner kurz nach Präsentation der letzten Spitzenkandidaten jenen  für die NRW noch recht ähnlich  

Die ÖVP verliert seit den letzten EU-Wahlen sehr deutlich. Der Spitzenkandidat Lopatka  ist erst seit einer Woche präsent und daher in diesem VP-Ergebnis noch nicht eingepreist.

Die SPÖ wäre derzeit mit der VP zumindest gleichauf, aber die KP und „andere Parteien“ knabbern etwas von ihr weg. Verstecken sich hinter den „anderen“ die Anhänger von Dominik Wlazny, auch wenn er nicht am Stimmzettel steht? Wieso nutzt Wlazny nicht die EU-Wahlen als Trampolin für die NRW? Wegen der Finanzen?. Oder wegen mangelnder Erfahrung in Außenpolitik und EU-Fragen? Wlazny spricht seine Wählerschaft ohnehin mehr mit Stimmungen als mit Sachpolitik an.

Die FPÖ ist mit einem (Umfrage)Zuwachs von 9% der Hauptgewinner, die EU-Wählerschaft der FPÖ hat die höchste Übereinstimmungsquote mit den aktuellen NRW-Präferenzen. 84% der sicheren FP-EU-Wähler würden auch bei den NRW für die FP stimmen.

Die Grünen legen im Vergleich zu ihren derzeit mäßigen NRW-Umfragen deutlich zu und dürften das gleiche Ergebnis erreichen wie bei den EU-Wahlen 2019 (14%). Die Entscheidung für Lena Schilling könnte sich mehr als gelungener Schachzug entpuppen, sie hat als Überraschungskandidatin in der eigenen Wählerschaft hervorragende Werte.

Die Neos gewinnen 4%-Punkte seit der EU-Wahl 2019 (damals 8%= Zuwachs um die Hälfte) und sind neben der FP der zweite Hauptgewinner.

2.076 Online-Interviews repräsentativ für die Wahlberechtigten in Österreich vom 22. Jänner bis 24. Jänner 2024 und 29. Jänner bis 31. Jänner 2024. OGM tritt bei Wahlumfragen für eine Mindeststichprobe von 1.000 Interviews ein. Maximale Schwankungsbreite auf Basis aller Befragten 2,2% (N=2.076). Stichprobenbasis ist das OGM Panel mit etwa 30.000 TeilnehmerInnen, die seit 2004 in mehreren hunderttausend repräsentativen telefonischen Interviews und redaktionellen Medienkooperationen zu Themen abseits der Parteipolitik offline rekrutiert wurden. Keine Anwerbung durch Gewinnspiele o.ä. Laut IKT-Erhebung 2023 der Statistik Austria sind 95% der Bevölkerung online und nutzen das Internet. Besonders bei den Älteren ist die Online-Nutzung im Zuge der Pandemie steil angestiegen.                                         (c) OGM

Reinhold Lopatka hat seit mehreren Jahrzehnten Spitzenpositionen in der ÖVP besetzt, ist aber in den letzten 6 Jahren in der Innenpolitik kaum präsent und hat daher „nur“ mehr eine gestützte Bekanntheit von knapp 60 % mit Unterschieden vor allem in den Altersgruppen: 37% bei Jüngeren bis 30, 68% bei 50 plus).

Seine Bekanntheit und öffentliches Meinungsbild ist durch seine letzten Positionen als mehrfacher Staatssekretär und VP-Klubobmann geprägt, wobei Klubobleute vor allem von Oppositionsanhängern seit jeher kritisch beurteilt werden. Innerhalb der VP-Wählerschaft (Basis: NRW) erreicht er aber mit 73% die höchste Zustimmung aller KandidatInnen.
Andreas Schieder hat ähnliche Bekanntheit und Meinungsbild wie Reinhold Lopatka: Auch er war Staatssekretär, Klubobmann und seit mehreren Jahren MEP als Obmann der SP-Delegation. Ebenso zuletzt in der Innenpolitik kaum präsent, daher ähnliche Bekanntheit von etwa 60%. Auch seine Zustimmungswerte sind mit 26 zu 33% jenen von Lopatka sehr ähnlich, der kleine Vorsprung vor Lopatka liegt an besseren Werten bei den Grünen und Neos. Akzeptanz in der eigenen SP-Wählerschaft 10 ähnlich wie bei Lopatka, aber geringfügig schwächer.
Harald Vilimsky hat die höchste Bekanntheit aller Kandidaten, aber die geringsten Akzeptanzwerte. Innerhalb der eigenen Wähler sehr gute Zustimmung, bei den anderen WählerInnen aber äußerst geringe bis keine Akzeptanz.
Lena Schilling hat wegen der starken Medienpräsenz in den beiden letzten Wochen bereits einen bemerkenswerten Bekanntheitsgrad von etwa 40%. Sie ist für die Medien und das Publikum „anders“, erfrischend und interessant.  Sie wirkt wie eine Nicht-Politikerin (= positiv), ehrlich und liebenswürdig. Mangelnde außenpolitische Kompetenz und Erfahrung wird ihr nicht schaden, widersprüchliche Aussagen vor einigen Monaten wird sie unschuldig weglächeln. Natürlich hat sie als Aktivistin ihre Gegner, aber 2 von 3 eigenen WählerInnen stehen hinter ihr, fast niemand ist gegen sie.

Das positive Meinungsbild zu Helmut Brandstätter erklärt sich wahrscheinlich daraus, dass er nicht an der vordersten Front der Parteien kämpft, politisch – abgesehen von den U-Ausschüssen  wenig aufgefallen ist und von WählerInnen links der Mitte recht gut akzeptiert wird. Seine Bekanntheit bei den Altersgruppen ist sehr unterschiedlich (35% unter 30, 68% bei 50 plus), insbesondere die WählerInnen über 50 haben ihn noch als Journalist in Erinnerung.


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