Frauentag: Gender Pay Gap bleibt, Voting Gap verschwindet, Frauen häufiger unentschlossen
„Frauen wählen links, Männer rechts“ war in den letzten Jahrzehnten eine Standardaussage von Demoskopen, Politologen und Journalisten. Aber er stimmt nach allen Umwälzungen der letzten Jahre nicht mehr. Die Sonntagsfragen von OGM zeigen, dass der „Gender Gap“ im Wahlverhalten weitgehend verschwunden ist.

Q: OGM. Basis=3.134 deklarierte Wahlberechtigte im Februar 2026.
Insbesondere die Freiheitlichen (obwohl nur 13 ihrer 57 Nationalratsabgeordneten weiblich sind) liegen bei beiden Geschlechtern mit 35% gleichermaßen klar auf Platz 1. Frauen wählen etwas häufiger die SPÖ und die Grünen, dafür seltener die ÖVP und die NEOS als Männer. Eine linke Mehrheit zeigt sich aber auch innerhalb der weiblichen Wahlberechtigten nicht.
Dazu OGM-Analyst Johannes Klotz: „Hauptthema der letzten Jahre war neben der Sicherheit die Teuerung, von der Frauen auch wegen ihrer geringeren Einkommen verstärkt betroffen sind, vor allem Alleinerziehende und ältere Alleinlebende.“
Der Politologe und Mitglied des OGM-Teams Prof. Reinhard Heinisch: „Dazu kommt, dass der Generationenwechsel die alten Parteibindungen schwächt – junge Frauen sind politisch viel offener für neue Angebote als frühere Generationen.“
Was zudem auffällt: Frauen sind politisch häufiger unentschlossen. Bei den OGM-Sonntagsfragen im Februar deklarierten sich 82% der Männer für eine Partei, aber nur 74% der Frauen.
