OGM-APA Vertrauensindex BundespolitikerInnen April 2026

Kommentar Wolfgang Bachmayer

Der aktuelle Vertrauensindex vom April zeigt im Vergleich zum letzten im Jänner wenig Veränderungen. Trotz der weiterhin turbulenten Ereignisse ist aber eine positive Tendenz erkennbar, auch wenn die Gründe für diese leichte Stimmungsaufhellung eher darin liegen, dass seit Wochen außenpolitische Ereignisse die Schlagzeilen mehr beherrschen als innenpolitische.

Die wieder wachsenden Sorgen über die erneut ansteigende Teuerung werden einerseits mehr als Folge der außenpolitischen Turbulenzen gesehen, andererseits durch Regierungsmaßnahmen wie der Spritpreisbremse oder Steuersenkung auf Lebensmittel abgefedert, auch wenn die Nachhaltigkeit dieser Aktionen zweifelhaft ist. Dazu kommt noch wahrscheinlich ein durch die Ungarn-Wahlen erhöhter politischer Optimismus v.a. im Mitte-Links-Lager.

Trotzdem verbleibt die absolute Mehrheit der abgefragten Politiker im Vertrauensminus. Positive Vertrauenswerte haben nur Bundespräsident Van der Bellen (in Zeiten von internationalen Krisen und Krieg steigt die Zustimmung zum Staatsoberhaupt), Nationalratspräsidentin Bures, Finanzminister Marterbauer und Frauenministerin Holzleitner.


Im Vergleich der Parteiobleute liegt Kanzler Christian Stocker mit einem Saldo von minus 5 Punkten voran, ihm folgt Beate Meinl-Reisinger (minus 9), deutlich dahinter Leonore Gewessler (minus 21), Andreas Babler (minus 33) und Herbert Kickl (minus 42).

Verbesserte Vertrauenswerte als zuletzt fallen bei folgenden Regierungsmitgliedern auf (auch wenn die meisten von diesen im Vertrauensminus liegen): Beate Meinl-Reisinger, Eva-Maria Holzleitner, Wolfgang Hattmannsdorfer und Barbara Eibinger-Miedl (die mit einem Vertrauenssaldo von minus 5 Punkten gemeinsam mit Kanzler Christian Stocker die besten Werte im VP-Team erreicht).


Zunehmende Vertrauensverluste mussten hinnehmen: Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (minus 7 Punkte wahrscheinlich wegen des Hin und Her zur Kandidatur als Parteiobfrau in NÖ mitten in der Befragungsphase), Herbert Kickl (minus 6 in Folge der Ungarn-Wahl?) und Walter Rosenkranz (minus 5 wegen Kritik an NR-Vorsitzführung?).

Methodik: Für den Vertrauensindex Bundespolitik wurden 1.015 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte ÖsterreicherInnen ab 16 Jahren im Zeitraum 13.-15.4.26 befragt. Maximale Schwankungsbreite +/- 3,1%. Die Fragestellung ist seit Beginn des Vertrauensindex seit Jahrzehnten immer gleich und lautet „Vertrauen Sie … oder vertrauen Sie … nicht oder kennen Sie … nicht?“.

Der Vertrauenssaldo errechnet sich als Differenz der Prozentwerte „vertraue“ minus „vertraue nicht“. Für Zuwächse/Verluste im Zeitvergleich wird die Veränderung dieses Saldos gegenüber der letzten Erhebung herangezogen.

Medienberichte:

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