Das Vertrauen der Österreicher in Homöopathie ist seit 2010 deutlich gesunken
Nur 10% vertrauen ihr mehr als der Schulmedizin, am ehesten Wähler der Grünen und der FPÖ.
Österreich gilt als Hochburg der Wissenschaftsskepsis – neue Daten von OGM widerlegen das jedoch zumindest in der Medizin. Nicht nur, dass die Universitäten im Vertrauensindex seit Jahrzehnten Top-Werte genießen – auch der Glaube an Homöopathie ist signifikant rückläufig.
Im Jahr 2010 hatten noch 19% der von OGM repräsentativ befragten Österreicher angegeben, der Homöopathie mehr zu vertrauen als der klassischen Schulmedizin. Aktuell (Juni 2026) ist dieser Anteil mit 10% auf fast die Hälfte geschrumpft, 83% halten die Schulmedizin für vertrauenswürdiger.

Homöopathie ist in allen Bevölkerungs- und Wählergruppen ein Minderheitenphänomen. Am ehesten für vertrauenswürdig halten sie Wähler der Grünen (19%, „Zurück zur Natur“) und der Freiheitlichen (15%, eine Mischung aus Systemkritik und Covid-Wählergewinnen).
OGM-Experte Dr. Johannes Klotz: „Hauptgrund für den Imageverlust der Homöopathie ist die heute viel kritischere Haltung der Medien zu ‚alternativen Behandlungen‘, der stärkere Fokus auf evidenzbasierte Medizin und die Distanzierung der medizinischen Forschung, etwa die Abschaffung des Wahlfachs Homöopathie an der MedUni Wien 2018.“
Der rückläufige Trend ist kein österreichisches Spezifikum, sondern zeigt sich auch in anderen Ländern: So sank in Deutschland der Absatz von homöopathischen Packungen von 2019 bis 2023 um ein Fünftel, bei gleichzeitig wachsendem Gesamtarzneimittelmarkt.
Methodik: Repräsentativbefragungen durch OGM. Zielgruppe sind Österreicher ab 16 Jahren. 2010 im Auftrag des Infoscreen (N=500), 2026 Eigenstudie ohne Auftraggeber (N=1.007).
