OGM/APA Vertrauensindex Bundespolitik Juli 2026

Johannes Klotz/OGM

Der aktuelle Vertrauensindex am Beginn des politischen „Sommerlochs“ zeigt im Vergleich zu April ein im Großen und Ganzen unverändertes Bild auf sehr schwachem Vertrauensniveau. Von 30 abgefragten Politikern sind gerade einmal 3 im Vertrauensplus (d.h. ihnen wird von der Bevölkerung mehr vertraut als misstraut), 27 sind im Minus, darunter alle Parteiobleute.

Die größten Zuwächse im Vergleich zum April erzielten Herbert Kickl als Folge des weiterhin anhaltenden FPÖ-Aufschwungs (Zuwachs Kickl +6 Punkte; mit einem Saldo von -36 allerdings weiterhin tief im Vertrauensminus), Finanzminister Markus Marterbauer (Zuwachs +5 Punkte; er wird als fachkompetent und offen empfunden, insbesondere auch sein offener Umgang mit seiner Krebserkrankung, was sich erstaunlich schnell verbreitete, brachte Sympathiepunkte) und Gesundheits-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (Zuwachs +3), deren Vertrauenswerte sich nach den Querelen um den NÖ-Parteivorsitz wieder normalisiert haben. Leichte Zuwächse von +2 weisen auch die Staatssekretärinnen Barbara Eibinger-Miedl und Michaela Schmidt auf.

Vertrauensverluste gegenüber April verzeichnet vor allem Beate Meinl-Reisinger, was weniger mit ihrem Amt als Außenministerin als mit ihrer Funktion als NEOS-Chefin zu tun haben dürfte (Verlust -11 Punkte durch den generellen Abwärtstrend der NEOS und die Kontroverse um Veit Dengler). Ebenfalls nachgegeben (Verlust von je -6 Punkten) haben die Vertrauenssalden von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (kontroversielle Medienauftritte zu Hitze in Schulen und mögliche Ferien-Verlegung), Sozialministerin Korinna Schumann (wenig Durchsetzungskraft und -wille bei der Gesundheitsreform aus Sicht der Wählerschaft) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (wenig professionelle Kommunikation rund um die Kürzung der Uni-Budgets).

An der Spitze der Vertrauenspyramide steht unverändert Bundespräsident Alexander Van der Bellen vor der 3. Nationalratspräsidentin Doris Bures und Finanzminister Markus Marterbauer. Am Ende der Vertrauensskala befinden sich Josef Schellhorn, die FP-Politiker Herbert Kickl und Walter Rosenkranz (Berichte über fragwürdige Mitarbeiter im Parlament) sowie SP-Chef Andreas Babler.

Methodik: Für den Vertrauensindex Bundespolitik wurden 1.006 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte ÖsterreicherInnen ab 16 Jahren im Zeitraum 13.-15.7.26 befragt. Maximale Schwankungsbreite +/- 3,1%. Die Fragestellung ist seit Beginn des Vertrauensindex seit Jahrzehnten immer gleich und lautet „Vertrauen Sie … oder vertrauen Sie … nicht oder kennen Sie … nicht?“.

Der Vertrauenssaldo errechnet sich als Differenz der Prozentwerte „vertraue“ minus „vertraue nicht“. Für Zuwächse/Verluste im Zeitvergleich wird die Veränderung dieses Saldos gegenüber der letzten Erhebung herangezogen.

Copyright für Bilder: BKA/Andy Wenzel (5), FPÖ Archiv (1).

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