OGM-Analyse: Die SPÖ verlor unter Babler 500.000 Wähler, Verlust in alle Richtungen nach links und rechts

Groß waren die Hoffnungen in der SPÖ, als Andreas Babler im Juni 2023 neuer Vorsitzender wurde, dass die Verluste unter Vorgängerin Rendi-Wagner mit nur 23-24% Stimmenanteil umgedreht würden. Dreieinhalb Jahre nach Bablers Übernahme liegt die SPÖ nur mehr bei 13-14%. Damit hat die SPÖ unter Babler hochgerechnet weitere 500.000 Wähler verloren.

Die SPÖ-Verluste unter Babler sind in alle Richtungen gestreut. Das zeigen Längsschnitte aus mehr als 100 repräsentativen OGM-Sonntagsfragen seit 2023. Daraus wurden 1.074 Personen ausgewertet, die in 2023 noch SPÖ angaben und mittlerweile bei anderen Parteien angedockt sind bzw. nicht wählen.

Diese 1.074 Wechsler sind die Basis für die Analyse. Die Grafik zeigt, wohin diese hochgerechnet etwa 500.000 Wähler die SPÖ unter Babler verlassen haben:

OGM-Analyst Johannes Klotz: „Mittlerweile sind in der geschrumpften SP-Wählerschaft zwei Gruppen zu erkennen: junge, prononciert links geprägte Städter und ältere Stammwähler 65 plus. Also schwierig, diese beiden heterogenen Gruppen programmatisch anzusprechen.“

David Aigner, OGM-Data Scientist: „Herkömmliche Umfragen zeigen die Größen der Parteien. Durch die wiederholte Befragung derselben Menschen können wir im Zeitverlauf feststellen, wer die Partei wechselt und mit welchen Themen, Ereignissen, Sorgen und Personen das in Verbindung steht.“