SPÖ fällt auf 12% und 4. Platz, Grüne Dritter, FP steigt weiter
Die Turbulenzen um die Ablöse ihres Obmannes Babler führen zum All-time-Low der SPÖ, ihre Umfragewerte haben sich seit den Wahlen 2017 mehr als halbiert. FPÖ und Grüne Hauptprofiteure.

Kommentar von Wolfgang Bachmayer
Die aktuell verbliebenen 12% SP-WählerInnen sind ein harter, aber heterogener Kern (junge städtische Linke, alte Stammwähler „rot bis in den Tod“). Diese weiter verengte Rest-Wählergruppe beurteilt die Entwicklungen bei der SPÖ insbesondere mit Markus Marterbauer als kolportierter Vizekanzler-Nachfolger mehrheitlich positiv.
Zu bedenken ist aber, dass sich seit den Wahlen 2017 (damals noch 27%) die Wählerschaft der SPÖ mehr als halbiert hat. Diese verlorenen Wähler haben inzwischen woanders angedockt.
Wird der laut OGM-Vertrauensindex beliebte Marterbauer nicht nur noch verbliebene, sondern auch verlorene Wähler zurückgewinnen? Oder könnte das Gerhard Zeiler eher gelingen, der aber in der aktuellen Restwählerschaft der SPÖ weniger gut ankommt? Er hat bei diesen zu wenig Bekanntheit und „Stallgeruch“, seine Reform-Agenda mit Schwerpunkt Wirtschaft war eher abschreckend, seine Kampagne zu dilettantisch.
Wenn Markus Marterbauer aber seine Krebs-Erkrankung übersteht, könnte ihm das unabhängig von seinen politischen Haltungen und Leistungen nutzen. So erreichte US-Präsident Ronald Reagan die höchsten Zustimmungswerte seiner beiden Amtszeiten, als er nach überstandenem Darm- und Hautkrebs wieder an seinen Schreibtisch im Oval Office zurückkehrte.
